Kochen wie in "1001 Nacht"

Von Datteln, Feigen und Auberginen...

Datteln gelten als das Brot der Wüste. Seit etwa viertausend Jahren werden sie im arabischen Raum kultiviert. Viele Nomaden konnten sich auf ihren Wanderungen oft wochenlang ausschließlich nur von ihnen ernähren. Einer alten Legende nach soll Allah bei der Erschaffung des Menschen aus zwei übrig gebliebenen Lehmstücken das Kamel und die Dattel erschaffen haben...

Es gibt mehr als hundert Dattelsorten. In den Oasen Arabiens gedeihen daneben auch Trauben, Melonen, Zitrusfrüchte, Granatäpfel, Aprikosen und Feigen - ebenso sämtliche Gemüsesorten. Besonders beliebt sind Auberginen, die auch "Fleisch des armen Mannes" genannt werden.

Hülsenfrüchte sind wüstentauglich

Getrocknete Hülsenfrüchte sind lange haltbar und lassen sich gut transportieren. Allein schon deshalb sind sie "wüstentauglich". Sehr beliebt sind Kichererbsen. Aus ihnen lässt sich "Falafel" bereiten, kleine Frikadellen aus Kichererbsenteig.

Brot ist ein weiteres Grundnahrungsmittel, das zu jeder Mahlzeit gegessen wird. Kurios - Brot wird übrigens in allen arabischen Ländern vom Staat subventioniert!

Gewürze - Seele der arabischen Küche

Einst beherrschten die Araber den gesamten Gewürzhandel zwischen Orient und Okzident. Heute noch lässt sich nirgendwo ein reicheres Gewürzangebot finden als auf arabischen Basaren.

Gewürze sind die Seele der arabischen Küche: großzügig wird mit Kreuzkümmel, Koriander, Kardamom, Safran, Muskat, Zimt, Ingwer, Anis und Pfeffer gewürzt. Nüsse, Sesam, Pinienkerne, Pfefferminze, Petersilie und Zitrone werden ebenso häufig verwandt.

Und was zu trinken?

Der Koran verbietet den Alkoholgenuss, und so wird zum Essen meistens Wasser getrunken. Kaffee (Kahwa) wird in kleinen Mokkatassen angeboten. Für die meisten ist Kaffee jedoch unerschwinglich - umso häufiger gibt's Tee (Schai).

Stark gesüßter schwarzer Tee wird in kleinen Gläsern serviert - manchmal mit Anis, Kardamom oder Jasmin aromatisiert. Als Willkommenstrunk für Gäste ist Tee obligatorisch.

Orientalische Essgewohnheiten

Morgens gibt's oft nur Obst und Brot mit Tomaten, Schafskäse und Oliven. Die meisten essen aber erst mittags was: Da ist es ja sehr heiß, und so werden eher kleinere Snacks angeboten. An den Falafelständen herrscht dann reger Andrang.

Die Hauptmahlzeit wird in den kühleren Abendstunden eingenommen, oft erst sehr spät am Abend, wenn die ganze Familie versammelt ist.

Die berühmte arabische Gastfreundschaft wurzelt im Islam. Für Araber ist es heilige Pflicht, Fremde, Freunde und Verwandte als Gäste zu betrachten und sie zu bewirten, ohne Kosten und Mühen zu scheuen.

Zum Essen gruppiert man sich auf Kissen oder Teppichen am Boden um ein niedriges Tischchen. Die Nahrung wird als Geschenk Gottes verstanden - und so wird erst dann mit dem Essen gestartet, wenn der Hausherr mit den Worten 'Bismillah' (Im Namen Gottes) das Mahl eröffnet. JedeR bedient sich selbst.

Gegessen wird mit den Fingern - und zwar ausschließlich mit der rechten Hand, da die linke als 'unrein' gilt. Fladenbrotstücke werden zu einer kleinen Schaufel geformt und mit drei Fingern festgehalten, sie ersetzen das Besteck. Der Gastgeber beendet das Essen mit den Worten: 'Alhamdu lillah' (Gelobt sei Gott).

Ruth Schneider